Turniertanzen

Die Organisation

Die WDSF (World DanceSport Federation) ist der internationale TanzSport-Verband.Gegenwärtig sind 85 Länder Mitglieder der WDSF. In Österreich ist TanzSport über Vereine im Österreichischen TanzSport-Verband (ÖTSV) organisiert. Aktuell sind 120 Vereine mit ca. 3.500 aktiven TanzSportlern Mitglieder des ÖTSV.

Der Sport

TanzSport wird zu den Präzisions-Sportarten gezählt. Genau vorgegebene Bewegungsabläufe müssen

    • möglichst präzise (durch konsequentes Training)
    • mit Leichtigkeit (durch hohe Kondition)
    • mit vorgegebenem Tempo (somit objektivierbar)

ausgeführt werden. Wem dieses in Wettkämpfen am besten gelingt, ist Sieger. Die Grundlage, um den TanzSport einheitlich und klar bewertbar zu definieren und trainierbar zu machen, ist in Lehrbüchern niedergeschrieben. Diese Lehrbücher sind weltweit die Grundlage des TanzSports. In ihnen sind Grundtechnik und Figuren beschrieben, es ist genau angegeben, welche Schritte mit dem Ballen, welche
mit der Ferse angesetzt werden müssen, wie groß der Drehgrad sein darf, wie die Position der Tanzpartner zueinander sein muss, ob das Knie in einem bestimmten Punkt der Bewegung gebeugt oder gestreckt sein muss, in welcher Position der Kopf zu sein hat, und vieles mehr. Die richtige Basistechnik ermöglicht die optische Flüssigkeit und Natürlichkeit der Bewegung und verbietet jede Form von Akrobatik. Ständig finden weltweit Kongresse und Schulungen zur Weiterbildung der Trainer und Wertungsrichter statt.

Die TanzSportler

Nur in TanzSport-Klubs und geleitet durch staatlich ausgebildete Trainer erhalten TanzSportler eine geeignete Trainingsmöglichkeit und eine Startberechtigung bei österreichischen und internationalen Turnieren. Um die Leistungsentwicklung planbar zu machen, gibt es ein leistungsorientiertes Klassensystem: Einsteiger in den TanzSport starten in der D-Klasse. Bei jeder Teilnahme an einem Tanz-Turnier erhält man Aufstiegspunkte, die sich an der Zahl der startenden Paare und dem Erreichen eines Bewertungsergebnisses orientieren. Mit dem Erreichen vorgegebener Aufstiegspunkte und Absolvierung von Pflichtstarts (Turnierteilnahmen in Österreich) ist man berechtigt, in nächst höhere Klasse aufzusteigen. In der neuen Startklasse beginnt das Punktesammeln von neuem, mit dem Erreichen der jeweiligen Klassenvorgaben ertanzt man sich die Berechtigung zum Start in der C-, B-, A-und S-(Sonder-) Klasse. In dieser höchsten Startklasse werden die Staatsmeister und somit die Nationalmannschaften in allen TanzSport-Disziplinen ermittelt.

Die Disziplinen

Standardtänze
Turniere in den Standardtänzen werden über 5 Tänze ausgetragen (mit Ausnahme der D-Klasse, in der der Slow-Foxtrott nicht getanzt wird)

      • Langsamer Walzer
      • Tango
      • Wiener Walzer
      • Slow Foxtrott
      • Quickstep

Lateinamerikanische Tänze
Auch die Turniere in den Lateinamerikanischen Tänzen werden über 5 Tänze ausgetragen (mit Ausnahme der D-Klasse, in der der Paso Doble nicht getanzt wird):

      • Samba
      • Cha Cha
      • Rumba
      • Paso Doble
      • Jive

Kombination über 10 Tänze
In Kombinationsturnieren werden alle 10 Tänze des Welttanzprogramms getanzt und bewertet.

Meisterschaften

Im TanzSport werden die Staatsmeister in vier Disziplinen ermittelt:

      • Standard-Tänze
      • Lateinamerikanische Tänze
      • Kombination
      • Formation

Das Siegerpaar und das zweitplazierte Paar der Titelturniere werden vom ÖTSV zur Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften, sowie zum WeltCup entsandt. Diese Regelung gilt für die “Allgemeine Klasse”.
Darüber hinaus werden Österreichische Meisterschaften der Schüler, Junioren und Jugend, sowie der Altersklassen (über 30, über 45 und über 55 Jahre) ausgetragen. Das Siegerpaar jeder dieser Disziplinen trägt den Titel “Österreichischer Meister”.

Das Bewertungssystem

Das Siegerpaar eines Tanzturniers wird in Vorrunden, Semifinale und Finale ermittelt:
In den Vorrunden und im Semifinale werden von jedem Wertungsrichter sogenannte Marks
an jene Paare vergeben, die in der nächsten Runde wieder an den Start gehen sollen. Die
Paare mit den meisten Marks (mindestens jedoch die Hälfte der in der jeweiligen Runde
startenden Paare) steigen in die nächste Runde auf. Die Marks werden verdeckt vergeben,
somit für die Paare und die Zuseher nicht einsehbar).
Im Finale werden Platzwertungen vergeben. Die Wertungsrichter vergeben für jedes Paar
und für jeden Tanz einen Platz (1 = beste Wertung). Diese Wertungen werden nicht addiert,
sondern nach Majorität der Wertungen berechnet.

Die Bewertungskriterien

Wertungsgebiete für Einzeldisziplinen in dieser Reihenfolge:

1. Musik
1.1. Takt
1.2. Rhythmus
1.3. Musikalität

2. Balancen
2.1. Statische Balance
2.2. Dynamische Balance
2.3. Führung

3. Bewegungsablauf
3.1. Bewegungsablauf im Raum
3.2. Bewegungsablauf im Verlauf einer Energieeinheit
3.3. Bewegungsablauf eines Bewegungselements

4. Charakteristik
4.1. Darstellungsform der verschiedenen Tänze
4.2. Umsetzung der Charakteristik innerhalb des Wettkampfs
4.3. Persönliche Interpretation als Ausdrucksmittel
Ein Wertungsrichter muss alle Paare nach diesen Kriterien vergleichen.

Quelle: Österreichischer Tanzsportverband